Wenn der dynamische Wasserspiegel mehr als 8 Meter unterhalb der Pumpe liegt, kann eine Oberflächenpumpe das Wasser nicht ansaugen. Dies ist keine Frage der Leistung oder des Preises. Es ist ein physikalisches Gesetz – und der absolut erste Parameter, den Sie prüfen müssen, bevor Sie Modelle vergleichen.
Physikalische Grenzen von Oberflächenpumpen
Eine Oberflächenpumpe saugt das Wasser nicht durch eigene Kraft an. Sie erzeugt einen Unterdruck, woraufhin der atmosphärische Druck das Wasser in die Saugleitung drückt. Dieser Druck hat eine theoretische Grenze von etwa 10 Metern. Nach Abzug der hydraulischen Verluste in der Saugleitung verbleibt in der Praxis eine maximale Saughöhe von 7 bis 8 Metern.
Eine Tauchpumpe hat dieses Problem nicht, da sie nicht saugt. Sie ist direkt im Fördermedium platziert und drückt das Wasser von unten nach oben. Die Tiefe des Brunnens ist für sie kein limitierender Faktor – begrenzt wird sie lediglich durch die Förderhöhe, also wie viele Meter Wassersäule sie beim gewünschten Volumenstrom überwinden kann.
| | Oberflächenpumpe | Tauchpumpe |
|---|
| Aufstellung | über dem Wasserspiegel, Trockenaufstellung | eingetaucht im Fördermedium |
| Wasserspiegel-Tiefe | max. 8 m (Saughöhe) | praktisch unbegrenzt |
| Wartung/Service | sofortiger Zugriff | muss aus dem Brunnen gehoben werden |
| Geräuschentwicklung | wahrnehmbar | praktisch geräuschlos |
| Typische Anwendung | Zisterne, Flachbrunnen, Oberflächengewässer | Bohrbrunnen, Tiefbrunnen |
Wann eine Oberflächenpumpe ausreicht
- der statische und dynamische Wasserspiegel liegt maximal 8 Meter unter der Pumpenachse
- die Wasserquelle ist eine Regenwasserzisterne, ein Bach oder ein flacher Schachtbrunnen
- Sie benötigen einen einfachen Zugang für die Wartung, ohne die Pumpe ziehen zu müssen
Die meisten selbstansaugenden Oberflächenpumpen bilden gleichzeitig die technologische Basis für ein Hauswasserwerk.
Wann eine Tauchpumpe zwingend erforderlich ist
- bei Bohrbrunnen, wo der Wasserspiegel tiefer als 8 Meter liegt
- der Wasserspiegel (dynamisches Niveau) sinkt während des Pumpvorgangs deutlich ab
- Sie benötigen einen völlig geräuschlosen Betrieb ohne Pumptechnik im Technikraum
Bei Tauchpumpen ist auch der Durchmesser des Brunnenrohrs entscheidend: bei Bohrungen bis 110 mm werden 3-Zoll-Modelle gewählt, bei Öffnungen über 120 mm greift man zu 4-Zoll-Modellen. Wenn Sie eine Komplettlösung mit integrierter Steuerung suchen, empfehlen sich Tauchdruckpumpen mit integrierter Automatik.
Drei kritische Faktoren bei der Auslegung
- Die Förderhöhe wird ab dem Wasserspiegel berechnet, nicht ab der Geländeoberkante. Ausschlaggebend ist zudem der tiefste Punkt, auf den der dynamische Wasserspiegel während der Förderung absinkt.
- Trockenlaufschutz. Der Motor einer Tauchpumpe wird durch das geförderte Wasser gekühlt. Sinkt der Wasserspiegel unter den Motor, brennt die Wicklung innerhalb von Minuten durch.
- Ein Membrandruckbehälter ist kein optionales Zubehör. Ohne ihn schaltet sich die Pumpe bei jeder noch so kleinen Wasserentnahme ein. Ein Druckkessel oder ein Frequenzumrichter stabilisieren das System und verlängern die Lebensdauer der Pumpe um Jahre.
Zusammenfassung
Messen Sie die Tiefe des Wasserspiegels genau. Bis zu 8 Metern haben Sie die Wahl, wobei eine Oberflächenpumpe in der Regel kostengünstiger und wartungsfreundlicher ist. Über 8 Meter gibt es keine Alternative – eine Tauchpumpe ist hier die einzige technologische Option. Erst nach der Klärung dieses Parameters ist es sinnvoll, weitere Spezifikationen wie Volumenstrom und Druck zu dimensionieren.
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