Bevor Sie mit der Planung und Realisierung eines Gartenteichs beginnen, müssen folgende grundlegende Parameter und Anforderungen definiert werden:
- Teich mit oder ohne Fischbesatz? Eine fundamentale Entscheidung, die sowohl die bauliche Ausführung als auch die Dimensionierung der Filter- und Systemtechnik direkt beeinflusst.
- Teichgröße und Wasservolumen? Der bestimmende Faktor für die Umsetzbarkeit im Hinblick auf den Verfügbaren Raum und die Statik.
- Standort und Platzangebot? In Kombination mit dem gewünschten Volumen bestimmt der verfügbare Raum die genauen Abmessungen des Teichprofils.
- Betriebsweise und Systemkonzept? Die Auswahl reicht vom naturnahen Biotop ohne Systemtechnik über teichunterstützende Anlagentechnik bis hin zum vollautomatisierten, sensorgesteuerten System für höchste Wasserqualität.
Welche technischen Parameter sollte das Teichbecken aufweisen?
Teichtiefe
Ein zentraler Parameter ist die maximale Wassertiefe. Diese sollte 1,5 m keinesfalls unterschreiten; optimal sind 2,0 m und mehr. Bei einer Wassertiefe von unter 1,5 m neigt das Gewässer im Sommer zur raschen Überhitzung (Algenwachstum) und erschwert im Winter die sichere Überwinterung von Fischen. Ideal ist ein Teichprofil, bei dem die Tiefenzone (nahe der Maximaltiefe) etwa 2/3 der Gesamtoberfläche einnimmt, während die flacheren Uferzonen (optimale Wassertiefe 0,2 – 0,5 m) das restliche 1/3 bilden. Diese Zonierung schafft stabile biologische Verhältnisse und sichert die biologische Selbstreinigungskraft.
Standortwahl
Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Lage des Teiches. Optimal ist ein halbschattiger Standort, beispielsweise im Schattenwurf eines Gebäudes oder von ausgedehntem Gehhölz. Der Abstand zu Bäumen sollte so gewählt werden, dass der Eintrags von organischen Belastungen (Pflanzensaft, Laub, Nadeln) minimiert wird.
Positionierung der Filter- und Anlagentechnik
Ebenfalls sorgfältig zu planen ist die Unterbringung der Anlagentechnik (Filterkammer/Technikschacht) sowie die Einbindung in das Gesamtkonzept – etwa durch Bepflanzungszonen, Steganlagen, Terrassen oder Ruhebereiche. Dies ermöglicht eine optimale Nutzung, sei es als Schwimmteich oder als repräsentatives Wasserelement zur Entspannung.
Nach der Festlegung des Teichtyps und der Standortwahl folgt die technische Auslegung. Das Herzstück jeder professionellen Wasseraufbereitung ist das Filtersystem.
Das Filtersystem
Das Filtersystem dient dem kontinuierlichen Abbau und der Entfernung von Partikeln und Nährstoffen – sowohl von externen Einträgen (Laub, Staub, Füllwasser) als auch von internen organischen Belastungen (Fischfutter, Exkremente, abgestorbene Pflanzenteile).
Komponenten eines professionellen Filtersystems:
Teichpumpe
Die Förderpumpe gewährleistet die kontinuierliche Umwälzung zwischen Teichbecken und Filtersystem. Die Pumpleistung muss so ausgelegt sein, dass das gesamte Teichvolumen etwa 0,5 bis 1 Mal pro Stunde umgewälzt wird. Bei fischfreien Schwimmteichen reicht eine Umwälzung von 1 Mal alle 5 bis 6 Stunden, während bei Koiteichen und fischreichen Anlagen mindestens 1 Umwälzung pro Stunde erforderlich ist.
Oberflächenskimmer
Der Skimmer entfernt auf der Wasseroberfläche treibende Schmutzstoffe (z. B. Blütenstaub, Laub), bevor diese absinken und das Wasser belasten. Die Auslegung des Skimmers muss auf die Wasseroberfläche und die Durchflussleistung der Pumpe abgestimmt sein.
Teichfilter
Der Filter kombiniert die mechanische Stufe (Rückhalt von Schweb- und Grobstoffen) mit der biologischen Stufe (Abbau gelöster Schadstoffe wie Ammonium/Nitrit durch sessile Mikroorganismen). Typ und Volumen des Filters werden anhand des Fischbesatzes, des Wasservolumens und des Eintragsgrades dimensioniert.
UVC-Entkeimung
Zur Wasserdesinfektion und Bekämpfung von Schwebealgen (grünes Wasser) werden UVC-Klärgeräte eingesetzt. Die UVC-Strahlung schädigt die DNA von Mikroorganismen und Algen zellulär, wodurch deren Vermehrung unterbunden wird. Als Richtwert gilt eine UVC-Leistung von ca. 2 bis 4 Watt pro m3 umgewälztem Wasser.
UVC-Systeme kommen bevorzugt in Fisch- und Koiteichen sowie Aufzuchtanlagen zum Einsatz; in rein biologisch betriebenen Schwimmteichen wird in der Regel darauf verzichtet.
Systemarten der Filtereinbindung:
Die Filteranlage wird außerhalb des Teiches in unmittelbarer Nähe aufgestellt und lässt sich wie folgt gliedern:
Druckfiltersystem
Geschlossene Filterbehälter, die sowohl oberhalb als auch unterhalb des Wasserspiegels platziert werden können. Das Wasser durchströmt den Filter unter Druck. Ideal für kleinere Teiche, Wasserspiele und fischfreie Anlagen.
Durchlauf-Filtersystem (gepumpt)
Die Filteranlage wird oberhalb des Wasserspiegels installiert. Die Pumpe fördert das Wasser in den Filter, von wo aus es drucklos per Schwerkraft in den Teich zurückfließt. Universell einsetzbar für fast alle Teichgrößen.
Durchlauf-Filtersystem in Gravitationsbauweise
Die Filterkammer ist im Erdreich auf Wassertiefenniveau eingebaut (Prinzip der kommunizierenden Röhren – Wasserstand im Filter entspricht dem im Teich). Das Wasser strömt durch Eigengewicht/Schwerkraft in den Filter, und die Pumpe fördert das gereinigte Wasser im Reinkammerbereich zurück. Dies ist das effizienteste und energiesparsamste System, hervorragend geeignet für große Koiteiche, Schwimmteiche und Profianlagen.